ProzesseIT
Eine ganze Büro-IT,
neu gebaut.
von11 in Ulm plant Gebäude. Fünfzehn Menschen, gemeinsame Modelle, Projekte, die Jahre laufen. Das Büro ist eine Ausgründung und hat sich entschieden, seine IT nicht nebenher mitzuziehen, sondern von Grund auf neu zu bauen — eigene Anmeldung, eigenes Netz, eigene Sicherung. Ohne dass ein Projekttag ausfällt.
Architekturbüro in Ulm · Ausgründung · Planung in BIM-Modellen mit Archicad · Aufbau und kooperativer Betrieb durch DIE-Bildungsmanufaktur
- Netz aufgebaut
- Sep–Okt 2026
- Menschen im Büro
- 15
- Arbeitsplätze, ausgelegt
- 25–30
- getrennte Netzzonen
- 10
- Schichten im Aufbau
- 8
- Wiederanlauf eines Servers
- < 4 h
- Wiederherstellung einer Datei
- Minuten
Wie es dazu kam. Eine Ausgründung, zwei Umgebungen, kein Stillstand.
Wer ausgründet, fängt selten auf der grünen Wiese an. Projekte laufen weiter, Daten liegen noch dort, wo sie entstanden sind, und Technik, die über Jahre gewachsen ist, hört nicht an einer Firmengrenze auf. Alles läuft — solange niemand fragt, warum.
Der Umbau konnte nicht an einem Wochenende stattfinden. Laufende Projekte brauchen ihre Umgebung bis zum letzten Plan. Also entsteht die neue IT neben der bestehenden: eigene Domäne, eigenes Netz, getrennt und ohne gegenseitiges Vertrauen. Ab einem Stichtag beginnen neue Projekte in der neuen Umgebung, die alten laufen dort aus, wo sie begonnen haben.
Was gebraucht wurde. Fünf Sätze, die vorher fielen.
Wenn jemand geht, suchen wir eine Woche nach seinen Zugängen.
Eine Anmeldung für Arbeitsplatz, Dateien, WLAN und Werkzeuge — und ein einziger Ort, an dem sie endet.
Die Datei von gestern Mittag ist weg.
Stündliche Momentaufnahmen. Die Vorgängerversion steht in demselben Fenster, in dem die Datei fehlt.
Am Modell arbeiten immer alle gleichzeitig.
Ein Modellserver im Haus, an dem das ganze Team arbeitet — auch von zu Hause, ohne dass jemand Dateien hin- und herschickt.
An der Dose im Besprechungsraum hängt, wer gerade da ist.
Ein unbekanntes Gerät landet im Gästenetz. Nicht aus Misstrauen — Besuch ist nun einmal Besuch.
Wir wollen nicht wieder abhängig sein.
Alles Gebaute ist aufgeschrieben, und die Unterlagen gehören dem Büro — nicht uns. Eine andere Firma könnte morgen übernehmen. Zu jedem Programm steht dabei, wodurch es sich ersetzen ließe.
Fünf Leitgedanken. Sie entscheiden jede Einzelfrage vor.
Eine IT dieser Größe besteht aus tausend kleinen Entscheidungen. Damit nicht jede einzeln ausdiskutiert wird, stehen fünf Sätze darüber.
Identität zuerst
Jeder Zugriff hängt an der zentralen Benutzerverwaltung. Wer nicht bekannt ist, kommt nicht hinein.
Eine Wahrheit
Netze, Adressen und feste Geräte stehen an genau einer Stelle. Übersichten und Firewall-Listen werden daraus erzeugt, nicht nebenher gepflegt.
Automatisiert statt von Hand
Was wiederkehrt, läuft als geprüftes Skript. Handarbeit ist die Ausnahme und wird begründet.
Wiederherstellen statt Hochverfügbarkeit
Für ein Büro dieser Größe ist ein geübter Wiederanlauf verlässlicher als Cluster-Technik — und verständlicher.
Zonen statt flaches Netz
Vertrauen wird an Netzgrenzen geregelt. Zwischen den Zonen ist verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.
Das Netz in Zonen. Jede Tür einzeln.
Früher war das Netz eine Fläche: Wer an einer Dose hing, war drin. Heute hat jede Aufgabe ihre eigene Zone — Verwaltung, Server, Sicherung, Arbeitsplätze, Telefonie, Drucker, Fernzugriff, veröffentlichte Dienste, Gäste. Dazu kommt das Altnetz, das bis zum Ende der Übergangszeit daneben läuft.
Dazwischen gilt die einfachste aller Regeln: alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.
Zehn Zonen an einem Übergang. Zwischen ihnen nur, was freigegeben ist.
Acht Schichten. Und eine Reihenfolge, die zweimal gilt.
Die Systeme sind in acht Schichten geordnet. Jede braucht die darunterliegenden und läuft ohne die darüberliegenden weiter. Das klingt nach Theorie, ist aber die praktischste Festlegung des ganzen Projekts: Die Reihenfolge des Aufbaus ist zugleich die Reihenfolge des Wiederanlaufs.
Fällt die Identität aus, steht fast alles. Fällt die Automation aus, sind nur Änderungen mühsamer. Wer das weiß, diskutiert im Ernstfall nicht, sondern arbeitet die Liste ab.
Von unten nach oben aufgebaut, von unten nach oben wieder angefahren.
Was im Alltag anders ist. Daran merkt es das Büro.
Ein Name, ein Passwort
Sie gelten für Arbeitsplatz, Dateien, WLAN und Werkzeuge. Wer geht, wird an einer einzigen Stelle gesperrt.
Gelöschtes holt man selbst zurück
Projektdaten liegen zentral und werden stündlich festgehalten. Die Vorgängerversion ist zwei Klicks entfernt.
Alle im selben Modell
Der Modellserver steht im Haus — auch für die, die von zu Hause arbeiten.
Keine Zertifikatswarnungen
Eine eigene Zertifizierungsstelle stellt die Zertifikate aus; Browser und Windows vertrauen ihnen.
Programme kommen von selbst
Software wird zentral verteilt und aktuell gehalten, statt an fünfundzwanzig Arbeitsplätzen von Hand.
Externe arbeiten mit, ohne hereinzukommen
Der gemeinsame Arbeitsbereich liegt in einem Rechenzentrum in Deutschland und nutzt dieselbe Anmeldung.
Jemand schaut hin
Zwei Werkzeuge prüfen laufend und melden sich per Mail. Eines läuft auf eigener Hardware — damit es auch dann meldet, wenn der Rest steht.
Stunden statt Tage
Zielmarke für einen ausgefallenen Server: unter vier Stunden. Für eine einzelne Datei: Minuten.
Die Werkzeuge. Jedes mit einem Grund.
Kein Produkt steht hier, weil es bekannt ist. Jedes steht hier, weil es eine Aufgabe löst, die das Büro hat — und weil es sich ersetzen ließe, wenn es das eines Tages nicht mehr tut.
- Identität
- Samba AD als Verzeichnis, dazu eine eigene Zertifizierungsstelle. Die Anmeldung bleibt im Haus, auch wenn die Leitung nach draußen ausfällt.
- Netz
- OPNsense als Übergang zwischen den Zonen, UniFi für Switches und Funk, Netzzugang über 802.1X, Fernzugriff über WireGuard.
- Plattform
- Proxmox VE als Virtualisierung, Proxmox Backup Server für die Sicherung, ein Synology-Speicher als zweites Ziel.
- Planung
- Archicad mit BIMcloud-Server im Haus — die Modelle verlassen das Gebäude nicht.
- Zusammenarbeit
- Nextcloud Workspace bei IONOS, Rechenzentrum in Deutschland, angemeldet über dieselbe Identität. OpenProject für Projekte und Zeiterfassung in einem System.
- Betrieb
- Checkmk und Uptime Kuma zur Überwachung, opsi für die Softwareverteilung, ein Passwort-Tresor im Haus, Authentik für die einmalige Anmeldung.
Überwiegend freie Software — nicht aus Ideologie, sondern weil der Ausstiegsweg dann benannt werden kann.
Nachprüfbar. Was läuft und was noch nicht.
Das Netz selbst stand in wenigen Wochen — September und Oktober 2026. Der Umzug darüber hinaus läuft weiter. Was heute läuft, läuft; was fehlt, fehlt.
- läuft Zehn Zonen hinter der neuen Firewall, Fernzugriff über WireGuard neben dem alten Zugang.
- läuft Zwei Domänencontroller, eigene Zertifizierungsstelle, Dateiablage mit Freigaben nach einem abgestimmten Gruppenmodell.
- läuft Überwachung, Passwort-Tresor und die einmalige Anmeldung für den gemeinsamen Arbeitsbereich.
- Pilot Der erste Arbeitsplatz in der neuen Umgebung, mit zentralen Richtlinien, Verschlüsselung und automatischer Softwareverteilung.
- Pilot Eine KI-Suche über Dateien, gescannte Pläne und Mails; die Schriftfelder der Pläne werden ausgelesen.
- in Arbeit Eine Suche, die alles gelesen hat, kann auch alles erzählen. Sie muss deshalb wissen, wer gerade fragt: Was jemand im Dateiordner nicht öffnen darf, soll ihm die Suche nicht verraten — keinen Treffer, keine Zusammenfassung, nicht einmal den Hinweis, dass es die Datei gibt. Dieselben Rechte wie in der Ablage also, nur für eine Maschine, die den Inhalt längst kennt. Daran arbeiten wir; bis das sitzt, bleibt die Suche im Probebetrieb.
- als Nächstes Die Übernahme der Projektdaten aus der bestehenden Umgebung und der Umzug der übrigen Arbeitsplätze.
Ein Büro, das umbauen muss, ohne stehenzubleiben?
Schreiben Sie uns, was gebraucht wird. Drei Dinge helfen in der ersten Mail: wer Sie sind und wo, was heute nicht läuft oder fehlt, bis wann es gebraucht wird.